Die Kraft des Lebendigen / Vortrag

Ganz viele Menschen versuchen seit Jahrtausenden sich mit dem Thema: „was ist das Lebendige? “ zu beschäftigen und wenn man in die Mythologien schaut, dann gibt es ganz viele Beschreibungen, was das Lebendige ist. Sei es auf den Kanaren, wo von der Göttin Tara erzählt wird, oder in Peru, wo die Pacha Mama mit ihren sieben Quellen bedeutsam ist, oder die Demeter in Griechenland – in allen Mythologien sind diese Wesenheiten, die Gaia, die Frau Holda. Mit diesen Bildern wird versucht die Energien, diese Kräfte des Lebendigen zu verstehen . Seitdem ich 19 bin fasziniert mich die Frage, was Rudolf Steiner mit diesem Ätherischen meint und seitdem versuche ich, dem nachzugehen. Ich finde in diesen alten Mythologien dazu viele Antworten. Und gerade vor anderthalb Wochen (Oktober 2017) bin ich darauf gestoßen dass Bruno Latour, ein französischer Philosoph den Gaia Mythos als Gaia-Hypothese neu gedacht hat. Also ein aktueller Denker, der beschreibt, dass um die Erde herum ein Netz von lebendigen Energien sein muss, in der alle Informationen über die Welt schon enthalten sein sollen. Auch Pim van Lommel, ein Naturwissenschaftler beschreibt in seinem Buch „Endloses Bewusstsein“, das um unsere Erde herum eine Atmosphäre ist, in der andere Energien wirken als auf den anderen Planeten.

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Zu diesen Bildern möchte ich jetzt im ersten Schritt meiner Darstellung kommen, dann werde ich die sieben Lebensprozesse einzeln beleuchten und am Ende würde ich gerne schauen, wie man am Spiel des Kindes vielleicht erkennend schauen kann, wie das, was wir in der Anthroposophie Ätherleib nennen, geboren wird – denn das vollzieht sich ja nicht so wie in der physischen Geburt.

Wenn wir unsere Erdkugel anschauen, dann beschreiben die Astronauten, die unsere Welt von weit außen anschauen, das um diese Erde eine wunderbare blaue Atmosphäre ist und erst in dieser Atmosphäre kann Leben stattfinden. Dieses Leben hat Aristoteles auf der einen Seite mit den vier Elementen beschrieben und gleichzeitig hat er gesagt: „Äther ist etwas anderes, als Wasser, Luft und Feuer und ewig ist, und ewig umläuft es“. Also dass wir in dieser Atmosphäre, die sich bewegt zwischen dem Fixsternhimmel und dem Tierkreis und den Planeten, dass auf dieser Erde auf der einen Seite die uns bekannten vier Elemente wirken, Feuer, Luft, Wasser und Erde – die Asiaten haben noch Holz oder Metall dabei – und dass diese vier nicht alleine wirken, so beschreibt er noch in dieser Atmosphäre das Ätherische. Diese ätherischen Kräfte sind permanent in einer Wechselbeziehung mit den vier Elementen und mit den vier physischen Kräften, die wir alle sehr gut kennen.

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Das Feuer ist verbunden mit der Verbrennungskraft, diese Verbrennungskraft ist wirklich enorm und die Wärme steigt auf, sie verbreitet sich in den Umkreis, ist im Kern ganz heiß und verstreut sich in den Umkreis. Das darf in unserem eigenen Organismus nicht genauso stattfinden. Wenn in unserem Organismus die Wärme wie im Element oder bei der Verbrennungskraft wirken würde (wir sagen nicht umsonst Burnout), dann sind wir krank. Wenn die Wärme in uns aufsteigt wie beim Feuer, wie bei der physischen Wärme, dann haben wir Fieber. Also sind wir ununterbrochen bestrebt, mit einer Kraft, die Rudolf Steiner Wärmeäther nennt, diese Kraft in uns anzubinden um die Wärme eben nicht als Element Feuer in uns wirksam zu haben, sondern diese Wärme aufbauend bis in unsere Füße bringen zu können. Denn unsere Füße müssen warm sein und unser Kopf – hoffentlich – ziemlich kühl. Sie kennen das alle, wenn man mit kalten Füßen im Bett liegt, kann man nicht einschlafen. Ich muss also über die Wärme erst einmal meinen eigenen Leib ergreifen und lernen, an diesen Wärmeäther mich anzuschließen.

Dann beschreibt Aristoteles und alle anderen das Element Luft. Die Luft, wir teilen sie alle miteinander, sie geht durch alles hindurch, die Luft ist nicht greifbar, sie wirkt so intensiv, dass eine Gruppe von Studenten, die sich mit dem Thema Luft für eine Woche beschäftigten, schwer auf einen Punkt kamen. Ihr Sozialverhalten war so, dass hier noch eine Idee kam, oder dort könnte man noch etwas machen … Das ist die Luft im Element – und diese Luft im Element nimmt ja auch Gerüche mit – von dem etwas und von jenem etwas, wir sehen dies alles nicht und können es nicht greifen. Zum Glück wirkt in unserem eigenen Organismus eben diese Luft ganz anders. Wenn die Luft in unserem Organismus wie das Element wirken würde, das kennen Sie vielleicht nach einem Bohnengericht, dann hat man an einer falschen Stelle die Luft, oder wenn nach einer Operation ein bisschen Luft in den Bauchraum kam, wie schmerzhaft ist das… Also die Luft in unserem Organismus darf nur in die winzig feinen Häutchen der Alveolen gelangen und von dort übernimmt der Stoffwechsel dann weiter die Prozesse. Die Luft darf niemals in unserem Organismus so wirken wie im Element: Wenn sie in unseren Adern ist, dann ist das tödlich. Die Energie, an die wir uns da anschließen, damit die Luft in unserem Organismus anders wirkt, nennt Rudolf Steiner Lichtäther. Das ist eine Kraft, eine Energie, die uns hilft mit dieser Luft eben gegenpolig umzugehen. Und auf der Erde als physische Kraft wirkt die Verdichtungskraft, die mit der Luft im Zusammenhang ist. Sie kennen das alle, wenn sie den Wetterbericht hören, da wird geredet vom Hochdruck und vom Tiefdruck. Diese Kräfte, diese Druckverhältnisse haben immer mit unserer Atmung zu tun, wir stehen immer als ganzer Mensch darin. Es gibt inzwischen, in der neuen „Psychologie heute“ ist das gerade beschrieben, eine Studie, in der deutlich wird, dass unsere ganzen Sozialprozesse von diesen Druckverhältnissen positiv oder negativ beeinflusst werden.

Das dritte Element ist das Wasser, dass die Kinder unheimlich lieben, dass durch die Landschaft fließt und alles mögliche mit nimmt. Das mäandert in Strömen, wenn es lebendig ist und steht nicht still. Ich weiß nicht wer einmal in Brasilien war, durch Sao Paulo geht ein Fluss, als ich ihn vor Jahren sah, hätte man ihn eigentlich „Steh“ nennen müssen, weil er so dreckig war, so voll von Öl und Abfall, dass er nicht mehr fließen konnte. Das Element Wasser hat ganz stark mit der Schwerkraft zu tun, in der Natur fließt es immer bergab, nimmt alles mögliche mit und löst die Ränder auf. Dann haben wir eine Kraft in uns die Rudolf Steiner „Klangäther“ oder „chemischen Äther“ nennt. Durch diese Kraft passiert genau das Gegenteil: wenn man in die Embryologie schaut bekommt man eine Ahnung davon. Wenn die feinen Keimscheiben aufeinander sind und es dann anfängt als erstes rhythmisch zu fließen und aus diesem Fließen unser Adergeflecht und unser Herz entstehen . Also eine Kraft, die da wirkt, die nicht der Schwerkraft ergeben ist, sondern ihr entgegenwirkt. Denn wenn wir überlegen, wie viel Wasser wir in uns haben, dann müsste ich ja wie so eine Tüte in der Wasser ist und die ich an einem Zipfel hoch halte, aussehen. Wir sind ununterbrochen dabei, dass Wasser in Bewegung zu halten und damit zu formen. Also dieser Klangäther, den wir im Singen auch schon bewegt haben, dem kommen wir auf die Spur, wenn wir die Wasserbewegungen im Lebendigen anschauen.

Das vierte Element, die Erde, diese kühle, manchmal feuchte Erde, die ich anfassen kann – da wird Materie real greifbar. Hier habe ich ganz deutlich das Messbare bei den irdischen Kräften und kann die Teilungskräfte bis zum Nanopartikel und Hicks untersuchen. Die Erde, wenn ich so einen Klumpen Erde habe und den auf den Boden werfe, geht in ganz viele Einzelteile. Also die Teilungskraft ist in dieser Erde vorhanden und jedes einzelne Teil ist wieder ein Einzelnes, Ganzes. In unserem ganzen Erdzusammenhang, also in diesem ganzen Gedachten und in uns als kleines Abbild davon, ist es wichtig, dass nicht die Einzelteile bleiben, sondern dass alles in einen lebendigen Zusammenhang kommt. Diese Kraft nennt Rudolf Steiner Lebensäther. Wenn wir in einem Apfel z.B.Kalzium aufnehmen, dann lagert sich das Kalzium ja hoffentlich nicht irgendwo in den Gelenken ab oder in den Adern Kalk aus der Nahrung, sondern wir verlebendigen diese ganzen Stoffe und gliedern sie ein in ein Ganzes – in unseren lebendigen Organismus.

Wenn man global schaut, dann kann man beobachten: in der ganzen Welt – überall gibt es ganz fein ausgestreut Uran. Wenn wir es vereinzeln hat es tödliche Energie. Überall auf der Welt gibt es Gold, wenn wir es vereinzeln und in die Bank bringen, dann hat es eine negative Energie im Sozialen. Also immer, wo etwas vereinzelt wird und nicht im lebendigen Zusammenhang ist, wirkt es eher zerstörend. Das kann man heute weltweit anschauen, wir wissen so viel, wenn wir das alles zusammen denken würden, müssten wir ganz anders handeln. Aber es ist zu viel und geht so schwer.

In diesem lebendigen Zusammenhang von Element, Erdkräften und ätherischen Kräften, da muss das Kind versuchen, sich selbst, seinen eigenen Energiekörper aufzubauen. Das ist eine wirklich schwere Aufgabe. Und eigentlich ein Geheimnis, wie das gelingt. Ich habe da unten noch Elektrizität, Magnetismus und Atomkraft hingeschrieben, denn diese sind auch in und um uns. Wir alle haben um unser Herz magnetische Kräfte, wir alle erzeugen Strom, quasi Energie in unserem Nerven-Sinnes-System. Wir sind also auch mit diesen Kräften im Dialog.

Wenn jetzt das kleine Kind auf die Erde kommt, dann ist es ja vorher ganz umhüllt, ganz eingebunden in diese wunderbaren Hüllen, die der Uterus gestaltet. Dieses Heraustreten aus dieser Geborgenheit mit dem ersten Atemzug bezeichnen wir als Beginn des eigenständigen Lebens. Das eigenständige Leben ist aber eigentlich schon ein Stückchen weit vorher, denn das Spannende ist, dass der Embryo das Hormon an die Mutter weitergibt, was die Wehen auslöst. Also nicht ich als Mutter bestimme die Geburt, sondern das Kind! Der Leib des Kindes, dass da herangewachsen ist, zeigt seine Reife und wer weiß wie weit dieses Geistwesen jetzt schon damit ganz eng verbunden ist?

Die Atmung ist der erste der sieben Lebensprozesse die Rudolf Steiner beschreibt. Er hat viel über das Ätherische gesprochen und nur an zwei Stellen, einmal in „Anthroposophie, ein Fragment“und einmal in „Das Rätsel des Menschen“ über die sieben Lebensprozesse etwas berichtet. An diesen Stellen nennt er nur kurz die sieben Lebensprozesse und gibt uns zur Aufgabe, daran weiter zu forschen.

Mit der Atmung fängt das Kind also an, eigenständig sich mit diesen Äther-Kräften zu verbinden und mit den physischen Kräften auseinander zu setzen. Vorher übernimmt die Mutter diese Aktivität. Wenn das Kind auf die Welt kommt und den ersten Atemzug tut, dann wird der Kreislauf, der vorher wirklich Kreis war, denn von der Plazenta geht das Blut einmal durch den kleinen Organismus hindurch, jetzt mit dem ersten Atemzug und dem Schließen einer Herzkammer zum eigenständigen venösen und arteriellen Blutkreislauf. Also der Dialog mit dem was wir Luft nennen, beginnt auf eigenständige Weise. Wenn man genau lauscht, dann ist der Atem des Kindes noch ganz sacht und flach, wie von einem Vögelchen. Das Kind atmet noch ganz stark über die Haut, weswegen die Kleidung ja auch so wichtig ist und die Umhüllung. Mit diesem Prozess der Atmung ist nun – so wie ich Rudolf Steiner verstehe – nicht diese rein physische Atmung gemeint, sondern noch viel mehr. Als ich 19 war, habe ich das erste Mal die Stelle gelesen und bin darüber gestolpert. Seitdem beschäftige ich mich mit dieser Aussage,die in der „Allgemeinen Menschenkunde“ Rudolf Steiners steht:
„Die wichtigsten Maßnahmen in der Erziehung werden daher liegen in der Beobachtung alles desjenigen, was in der rechten Weise den Atmungsprozess hineinorganisiert in den Nerven-Sinnesprozess. Im höheren Sinne muss das Kind lernen, in seinen Geist aufzunehmen dasjenige, was ihm geschenkt werden kann dadurch, dass es geboren wird zum Atmen. Sie sehen, dieser Teil der Erziehung wird hinneigen zu dem Geistig-Seelischen: Dadurch, dass wir harmonisieren das Atmen mit dem Nerven-Sinnesprozess, dadurch erziehen wir das Geistig-Seelische in das Leben des Kindes herein. Grob ausgedrückt können wir sagen, das Kind kann noch nicht innerlich richtig atmen und die Erziehung wird darin bestehen, richtig atmen zu lehren.“

Also er beschreibt, dass mit dem ersten Atemzug dieses Geistig-Seelische aus anthroposophischer Sicht aus der Welt des Vorgeburtlichen jetzt in diesem Körper sich mit dem Erdensein verbindet, dass dieses Verorten, dieses „Leibeshaus-Beziehen“ über die Atmung geht. Wer bei sterbenden Menschen dabei sein durfte, der kann das gut verstehen – wie lange der Atem hinausgeht und sich das Wesen löst, lässt einen staunen. Ich weiß noch, wie es bei meinem Vater war, als er starb. Das war ein Staunen, Ausatmung und noch mehr Ausatmung und man sah richtig an dem Antlitz, dass sich da etwas lösen konnte, was vorher durch lange Krankheit gehalten war. Also dass dieses Geistig-Seelische, das unser Menschsein ausmacht, über die Atmung in den lebendigen Körper einzieht und das zu lernen dauert eben sieben Jahre und bleibt lebenslänglich sensibel. Dieser Atmungsvorgang ist beobachtbar bis zum Zahnwechsel und bis zur Bildung des Fußgewölbes, also von Kopf bis Fuß muss das Kind sich erst lernen zu durchatmen. Und mit Atmen ist eben nicht nur das Aufnehmen der Luft gemeint, sondern es ist bis in die einzelne Zelle gemeint, dass sich der Rhythmus – das Anspannen und das Entspannen, in den Organismus eingliedert, denn jedes Organ von uns hat einen anderen Rhythmus und den muss das Kind erst finden. Wenn man in der „Menschenkunde“ ein paar Zeilen weiter liest, spricht Rudolf Steiner davon, dass das Kind erst schlafen lernen muss. Das kennt jede Mutter, diese durchwachten Nächte! Der große Bruder der Atmung ist der Schlaf und der ganz große Bruder der Tod, diese sind immer mit gemeint, wenn gesagt wird: „Atmen lehren“. Wie lerne ich Anspannen und Entspannen? Einen Aspekt möchte ich noch erwähnen, wir haben heute in unserer Zeit – man nennt den Ätherleib auch Zeitenleib – die Angewohnheit, das alles immer schneller gehen muss. Dieser Stress wirkt natürlich am intensivsten auf die Atmung; nicht nur auf die Muskulatur, hier kennen Sie alle diese Stellen z.B. im Nackenbereich, sondern bis in die kleinste Zehe wirkt in jeder Zelle der Stress. Denn die Zellmembran, also die feine Haut jeder Zelle wird bei Stress immer härter. Vor ein paar Wochen habe ich in einem Buch etwas für mich Neues entdeckt: In unseren Zellen sind Mitochondrien, also noch mal kleine „Orte“, diese Mitochondrien kann man sich wie kleine Schiffchen vorstellen, sie haben auch diese Zellmembranhaut und im Inneren eine ganz hauchdünne Haut, die Crista heißt . Der Zwischenraum heißt Matrix – Matrix heißt der „Urgrund“, die „Gebärmutter“. Also in jeder Zelle haben wir so ein Geheimnis, mit dem wir selber Wasser bilden. Wir selber sind die Quelle, unsere Atmung ist die Quelle um diese Matrix, um diese kleinen Mitochondrien in Ruhe zu entwickeln, um in unserem Organismus zu Energie und Gesundheit zu finden.

Bei ganz vielen Krankheiten, bis hin zur Alzheimer und Demenz, bei ganz vielen Stoffwechselkrankheiten bis hin zu Krebs, sind die Forscher inzwischen am Suchen ob das mit der Verhärtung der Mitochondrien zusammenhängt. Das ist ein spannendes Gebiet, ich bin gespannt wieweit die Forschung in fünf Jahren ist. Dies sind einige Aspekte der Atmung – dem ersten der sieben Lebensprozesse, weitere finden Sie im Buch.

Mit dem Atmen des Kindes kann man gleich den zweiten Lebensprozess beobachten, die „Wärmung“. Rudolf Steiner findet ja oft neue Wörter, „warming“, also dieses selbst-tätig Wärme in meinem Organismus erzeugen und nicht nur weil ich materiell nachweisbar in diesen Sauerstoff-Kohlenstoffdialog trete, sondern wir bilden in uns, in unserem eigenen Organismus permanent Wärme. Das kennen Sie von den kleinen Kindern und wir schützen diese ja mit den Kleidungshüllen, damit sie warm bleiben und lernen, diese Wärmung bei sich zu behalten. Sie alle kennen bestimmt in ihrer Gruppe den einen oder anderen kleinen Wildfang, der immer gerne seine Wärme ausbreitet und auch den Gruppenraum mit seiner Aktivität begabt, bei dem man so das Gefühl hat „ich müsste jetzt mal deine Grenze deutlich machen: bis hier kannst du deine Energie legen, aber nicht in den ganzen Umkreis.“ In der Heilpädagogik begegnet man dem oft bei Menschen zum Beispiel mit Trisomie 21, dass sie die ganze Wärme in den Umkreis schenken. Aber wir müssen lernen die Wärme in unserem eigenen Organismus zu halten – da wird deutlich, dass wir mit dem Tastsinn unsere Grenze spüren müssen, sodass wir den Atmungsprozess in den Sinnesprozess hinein gliedern. Mit dem Tastsinn hängt zusammen, ob ich jetzt lerne die Wärme nur bis hier zu bringen, oder ob ich sie immer heraus schenke. Und zu dieser Wärmung gehört auch, dass ich lerne, dass es an verschiedenen Orten verschieden warm sein muss innerhalb meines Organismus. Hier muss es richtig schön warm sein [zeigt auf den Körper?!] und wenn es hier oben genauso warm ist, dann würde ich lieber zu Hause im Bett bleiben – und wenn meine Augen die Wärme hätten, die die Leber hat, dann würde ich nur verschwommenes Farbfließen sehen. Also wir müssen lernen – und das Kind muss das über seine ersten sieben Lebensjahre – langsam die Wärmung an verschiedenen Orten verschieden intensiv zu machen, denn hier am Oberschenkel zum Beispiel, sind wir meistens ziemlich kühl. Wenn wir die gleiche Kühle hier im Unterbauch hätten, dann wäre es ziemlich ungesund. Das Kind muss Schritt für Schritt lernen, diese Wärmung in den Organismus einzuarbeiten und damit umzugehen. Deswegen ist das Fieber in den ersten sieben Lebensjahren so wichtig, damit das Kind lernt über die Wärmung sein Immunsystem aus zu bilden. Bei all den Vorgängen wird deutlich, dass das Kind mit diesen Kräften permanent intensiv im ersten Jahrsiebt umgehen muss.

Der dritte Prozess (ich mache das der Zeit wegen Alles etwas knapp) ist die Ernährung, also das Aufnehmen der Welt, dass Sich-Verbinden mit dem, was ich da aufnehme. Den Prozess finde ich sehr spannend. Wir haben oft so verschiedene Sprüche, die man sehr gut damit in einen Zusammenhang bringen kann: „Das Brot ernährt uns nicht, was uns im Brote speist, ist Gottes ewiges Wort, ist Leben und ist Geist.“ Was hat das mit der Ernährung zu tun? Wenn man sich mit der Ernährung und den Vorgängen beschäftigt, wird das Folgende immer deutlicher, auch in der Naturwissenschaft: Wenn ich Lebensmittel zu mir nehme, zum Beispiel Kartoffeln esse, dann nehme ich nicht nur die Stoffe auf, sondern vor allem die Information der Stoffe. Der Stoffwechsel an der Darmwand, das wird in dem Buch „Darm mit Charme“ wunderbar beschrieben, der Stoffwechsel findet an dieser dünnen Darmwand statt. Die Information, informare bedeutet „In-Gestalt-Bringung“, diese Energie der In-Gestalt-Bringung nehme ich auf und bilde daraus meinen Leib. Unser Stoffwechsel ist so genial, wenn wir zum Beispiel zu viel Natrium-Salz bekommen und der Körper merkt das, dann verwandelt er dieses Natrium-Salz in Phosphor um. Diese Stoffe regen uns an, selbst Stoffe zu bilden, es ist nicht das Magnesium, dass ich in einem Trinkbecher gereicht bekomme, das wird zum größten Teil wieder ausgeschieden. Diese ganzen Stoffe regen mich an in den Austausch mit der Welt, in den Austausch der Informationen mit der Welt zu treten. Ein Bild möchte ich doch kurz ansprechen, denn da wird auch deutlich in welch „verrückten“ Kreisläufe wir uns selber bringen. Sie kennen das sicher, wenn man etwas erschöpft ist, zum Beispiel abends, da isst man dann vielleicht einen Riegel oder zwei Riegel Schokolade. Man holt sich also den Zucker, um wieder Energie zu gewinnen. Und wenn ich die Leber anschaue, soweit ich sie richtig verstehe als Laie, dann hat die ein Kontingent, ein Reservoir von Zucker. Denn unser Blut muss ja immer einen gewissen Level an Zucker haben. Und wenn ich jetzt die Süßigkeit aus dem Brot, also die Kohlenhydrate richtig gekaut habe und das dann durch meine Verdauungstrakt zu mir nehme, dann kann ich mit dem Zucker viel länger etwas anfangen und dieses Reservoir in der Leber bekommt vielleicht auch noch ein bisschen davon. Wenn ich jetzt aber Nascherei mit Süßstoff esse – da ist ja kein Zucker drin, also kann das nicht so schlecht sein – wenn ich das esse, dann „veräppel“ ich sozusagen die Leber, ich schmecke etwas Süßes, und die Leber kann wieder etwas Zucker aus dem Blut herausholen und in das Reservoir schieben, denn sie „denkt“ ja – es kommt Süßes nach. Aber es kommt ja gar nichts richtig nach und so bekomme ich noch mehr Hunger auf etwas Süßes und die Leber ist dann wieder irritiert.

In diesem Dialog [Dialog oder Dilemma?] stecken ganz viele Kinder. Ich hatte jetzt drei Tage zwei Kinder zu Besuch, acht und neun Jahre alt. Sie waren vorher mit den Großeltern unterwegs und weil es viel geregnet hatte, gab es Fernsehen und Süßigkeiten. Ich hatte das Gefühl, ich muss die beiden erst mal „Entzuckern“, so quirlig, so aufgedreht waren sie. Ich glaube das wir bei diesen Ernährungsprozessen erst am Anfang sind, sie richtig zu verstehen, in dem Buch „Darm mit Charme“wird das, wie gesagt, sehr gut beschrieben.

Ohne den nächsten Prozess, die Absonderung, kann ich den ganzen Ernährungsvorgang gar nicht richtig verstehen, denn wenn sie zum Beispiel einen Waffel-Geruch in der Nase haben, dann bilden sie in der Regel sofort Speichel. Das gleiche passiert, wenn man eine Zitrone oder eine Kiwi sieht. Wir stellen uns über die Wahrnehmung, den Geruch und unsere Erfahrung sofort auf das ein was da gleich kommt. Die Zusammensetzung der Enzyme im Speichel ist abgestimmt auf das, was da kommt. Unsere Magensäfte, unsere ganzen Verdauungssäfte, unser Insulin, unsere Gallenflüssigkeit sind schon eingestellt, auf das was da kommt – deswegen ist das Miterleben des Kochens ja so wichtig. Und jetzt riechen Sie „Himbeerjoghurt“, der Organismus stellt sich darauf ein, Himbeeren zu verarbeiten. Jetzt ist das aber leider nur ein natürlicher Aromastoff, d. h. Buchenholzspäne mit einem Schimmelpilz vergoren. Der Saft, der daraus tropft, der erzeugt Himbeer-Geschmack. In dem Himbeer-Joghurt sind vielleicht zwei oder drei Himbeeren, ein bisschen Rote Bete Farbstoff und eben natürliche Aromastoffe – vergorenes Buchenholz … Und wir stellen uns jetzt innerlich drauf ein die Himbeeren zu verarbeiten, aber da kommt etwas ganz anderes und dann heißt es, das Kind hat eine Allergie. Das ist sehr verkürzt dargestellt, aber diese ganzen Fragen, wie wir mit der Welt umgehen und was wir dem Kind anbieten, ob das Duschgel jetzt zum Beispiel genauso riechen muss wie der Himbeer-Joghurt, diese ganzen Zusammenhänge beeinflussen diese Absonderungsprozesse. Absonderung ist die Individualisierung. Hier wird etwas aufgenommen, wahrgenommen, ich verbinde mich damit und jetzt nehme ich es auseinander und verinnerliche, und mache es mir zu eigen. Dabei sortiere ich, das kommt in die Niere, das kommt in den Darm, davon kommt etwas in die Leber, usw. dieses Sortieren brauchen wir später, um zu verstehen was die Geburt des Ätherleibes heißt. Dieses Differenzieren merkt man ganz deutlich, wenn das Kind so um das dritte Lebensjahr anfängt zu fragen: „warum…“ oder „was machst du“? Da wird deutlich, dass dieser Absonderungsprozess im Organismus eine bestimmte Reife erfahren hat und jetzt dem Kind neu zur Verfügung steht.

Der nächste Prozess nach der Absonderung ist die Erhaltung. Die Kinder sind heute ziemlich schnell erschöpft. Für uns ist es auch nicht immer einfach, in der Fülle der tausend Wahrnehmungen und von dem, was wir alles an Informationen verdauen müssen, dass zu erhalten, was wir uns aufgebaut haben. Der Arzt gibt uns nur den Anstoß, aber heilen müssen wir uns selber. Der Arzt kann uns Hinweise geben und manchmal auch durch die Operation helfend eingreifen, aber auch dann entscheidet unser Organismus, ob er dieses neue Hüftgelenk annimmt, ob er es integriert oder nicht. Also der Heiler in uns, diese Erhaltungskraft, die ist doch wirklich ein Wunder. Sie alle haben sich doch bestimmt schon einmal die Zunge verbrannt. Nach wie kurzer Zeit ist das wieder geheilt? Da sind schnell neue Zellen gebildet und an den rechten Ort gebracht! Oder wenn wir im scharfen Sonnenlicht sind, zum Beispiel beim Wandern, werden unsere Sehzellen stetig abgebaut. Das geht permanent, manchmal alle 3 Sekunden, da sind wir dann schon in einem späteren Prozess, der Reproduktion, aber das hat mit der Erhaltung ganz viel zu tun. In uns werden dann wieder ganz viele neue Zellen gebildet, die erstaunlicherweise ja an die richtigen Stellen gebracht werden. Also wenn ich zu lange im Sonnenlicht war, baut mein Organismus ja nicht ein neues rotes Blutkörperchen, sondern genau die Zelle, die notwendig ist. Unser Organismus weiß, wie diese Ganzheit ausschaut. Dies ist ganz wichtig für das Verständnis des Schlafes, weswegen wir den so gut lernen müssen. Rudolf Steiner beschreibt, dass wir im Schlaf immer zurück zum gesunden Urbild unseres Leibes kommen und deswegen erholt der Schlaf uns auch so gut. Der Teil von uns, der da in der geistigen Welt geblieben ist weiß viel besser, was dem Leib gut tut. Sie merken bei diesen beiden Prozessen, der Absonderung und der Erhaltung, das hier Zerstören, Differenzieren, Auseinandernehmen bedeutsam ist und da ist „Heile-machen“die Aufgabe. Das kennen sie alle aus dem Spiel des Kindes, kaputtmachen und heile machen spielt eine ganz große Rolle.

Der nächste Prozess ist das Wachstum, also dass ich diesen kleinen Organismus, der bei der Geburt so 50-53 cm lang ist mit 19 Jahren auf in der Regel 1,70 m oder 1,80 m ausgedehnt habe. Eigentlich ist das ja skurril zu denken, wenn die Kinder so richtig stark wachsen, zum Beispiel in der Pubertät, dass sie dann denken können sollten. Stellen Sie sich mal vor, was alleine die Füße (vor allem bei den Jungs) alles durchmachen. Und das ist so weit weg da unten… Dieses immer wieder in den Körper hinein sich alle Prozesse neu erarbeiten unterschätzen wir gewaltig. Immer wenn ich ein paar Zentimeter gewachsen bin, muss ich ja alle Sinne und Prozesse neu integrieren. Das kennen Sie sicher auch, mal hat man in dem Alter ganz viel Hunger, mal ganz wenig, mal ist einem wahnsinnig heiß, dann wieder eiskalt, das schwankt sehr stark. Diese ganzen Vorgänge und alle Sinneswahrnehmungen (Gleichgewicht, Tastsinn, usw.) müssen alle nachgerüstet und neu gebaut werden. Das geht ja bis dahin, dass sogar die ganzen Synapsenverknüpfungen neu geschaltet werden. Also dieses Wachstum, was in den ersten 20 Lebensjahren eine ganz starke Rolle spielt, das bedenken wir viel zu wenig.

Der Letzte der sieben Lebensprozesse ist die Reproduktion: reproducere = Hervorbringung, also dass wir in unserem Organismus von Anfang an schon neue Zellen bilden, Neues gestalten. Die Hautzellen zum Beispiel sind nicht sehr langlebig, die Blutzellen – die weißen Blutkörperchen, die roten Blutkörperchen, all das bringen wir ständig selber hervor. Wir sind sozusagen die Schöpfer unseres eigenen Seins. Und dieses Geheimnis, wie das Kind lernt, Schöpfer seines eigenen Seins zu werden, das hängt für mich ganz stark mit dem kindlichen Spiel zusammen.

Ich versuche immer den Prozess zu verstehen, procedere ist ja der Verlauf der Dinge. Wenn ich die Tätigkeit der Atmung anschaue, dann ist das anspannen – entspannen und sich oder etwas herein und heraus bewegen. Das kennen sie alle vom Spiel des Kindes: reintun-raustun-reintun-raustun… Am Anfang ist aber noch ganz stark die Wahrnehmung meiner eigenen Leiblichkeit – also das Körper-Spielen, was da am Anfang stattfindet. Da kann man beobachten, dass das kleine Kind über die Glieder, über den Willen, sich erst mal seinen Kopf, sein Nervensinnes-System sich ganz intensiv ausbildet. Es nimmt also die Grenzen hier wahr und stößt über den Willen immer wieder an die Welt an. Dadurch erarbeitet es sich sein Körperbild immer mehr. Allmählich fängt es dann an in das Gegenstandspiel einzutauchen. Das ist spannend, weil es sich da ganz viel mit diesen irdischen Kräften auseinandersetzt: runter schmeißen – aufheben, Schwerkraft, klein machen, kaputtmachen, verdichten, in die Teilung kommen, usw. Und das immer wieder und wieder. Diese Spielgesten, die wirklich immer wieder auftauchen auch in späteren Altersstufen, zeigen die Auseinandersetzung mit der Leibbildung und den physischen Kräften. So um das zweieinhalbte Lebensjahr herum, kann man organisch beobachten, dass die Ummantelung der Nerven, die Myelinisierung, schon ziemlich weit fortgeschritten ist. Das Kind kann jetzt die Kräfte, die im Nerven-Sinnessystem gestaltet haben, mehr für die Seele, den Seelenleib zur Verfügung haben. Denn nach dem Menschenbild Rudolf Steiners ist der Ätherleib ja zwischen dem Geistig-Seelischen und dem Physischen. Also wirkt die Atmung einmal auf das Physische ganz stark und natürlich auch auf das Seelische ganz stark. Ich atme anders, wenn ich zum Rendezvous gehe, als wenn ich einen spannenden Film schaue. Die Atmung, die Kräfte der Atmung und der Wahrnehmung, die haben jetzt geholfen, dass sich dieses Nerven-Sinnessystem zu einer gewissen Reife entwickelt. Damit wird die Geburt des Ätherleibes Stückchen für Stückchen deutlich. Also dass das Kind, zum Beispiel indem es in die Vergangenheitsform in der Sprache kommt oder beginnt Fragen zu formulieren, dass das Kind in diesem Geburtsvorgang des Ätherischen aus dem Nerven-Sinnessystem steht. Da ist auch ein Erleben des Egozentrismus – und da, in diesem Alter ist er ganz richtig. Wenn ich in der Altersstufe den Egozentrismus nicht satt erleben darf, ich bin das Zentrum der Welt und die Erwachsenen ihn mir dauernd bereden mit sozialen Gedanken, dann kann die Empfindung bleiben oder kommt später vehement wieder, dann stimmt etwas nicht. Aber hier dreht sich alles um meine Welt, die ich mir schaffen lerne, und das ist gesund.

Dann kommt die nächste Phase, das Fantasiespiel. Da fängt das Kind am Anfang ja an zum Beispiel die Tassen imaginär zu füllen und den Teddy zu füttern oder ähnliche Dinge. Es kann dann diese Verwandlungskräfte, die seinen eigenen Leib gestalten immer mehr in die Welt geben und der Tisch wird dann auf einmal ein Schiff oder er wird ein Pferd, oder ein Haus. Es kann diese Verwandlungsenergien, mit denen seine ganze Welt gestaltet ist, nutzen um die Handhabbarkeit für sich selbst in der Welt zu erobern. „Ich bin der Schöpfer der Welt“. Da können wir vom Kind ganz viel lernen, denn aus der Nachahmung kommt aus dem Kind selber die Entwicklung zur Sozialfähigkeit.

Anschließend taucht die Phase auf, die auch sehr wichtig ist, in der die Kinder Langeweile haben. Das ist doch irgendwie toll, wir haben dauernd Stress, warum ahmen wir den Kindern das nicht mal ein bisschen nach. Denn die Langeweile ist dringend notwendig, damit wir unsere eigenen inneren Bilder schaffen können. Denn bei den vorhergehenden Phasen war der Wille das erste, so ist nach dieser Langeweilephase das Denken das erste – wenn nämlich das Vorstellungsspiel beginnt. Die Kinder sitzen dann Beine-baumelnd in der Garderobe und überlegen, was sie alles brauchen – aber eigentlich kann man sehen, dass sich das Spiel im Kopf vollzieht. Und danach kurz der Aufbau, aber dann ist das Spiel eigentlich oft schon zu Ende. Und wenn man es stehen lässt, dann entsteht ja auch eigentlich nichts Neues, also muss wieder die Zerstörung her. Dieses Vorstellungsspiel, in dem das Kind langsam über sein Denken lernt seinen Willen zu lenken, ist lebensnotwendig. Das hängt damit zusammen, wie das Kind diese Kräfte in seinen eigenen Organismus eingegliedert hat und ob es den Raum dafür hat so ins Spiel einzusteigen. Manchmal muss auch das Gebaute stehen bleiben – die älteren Vorschulkinder können dann genau da anknüpfen, wo sie gestern das Spiel beendet haben.

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Und weil ich politisch aktiv bin, muss ich das noch sagen: im Vorstellungsspiel fängt das Kind an Demokratie aus sich selbst heraus zu entdecken, es fängt an aus sich selbst Regeln zu entwerfen. Diese Regeln gelten dann für ein soziales Miteinander. Rudolf Steiner sagt in vielen didaktischen Vorträgen, dass die Regeln im ersten Jahrsiebt nichts zu suchen haben, weil ich Regeln erst richtig verstehen kann, wenn ich sie aus mir selbst geboren habe – vorher befolge ich sie eben. Dann verstehe ich nämlich, dass es Sinn macht, dass wir Regeln für das Miteinander brauchen. Das geniale ist ja auch, wenn man die Kinder in dem Vorstellungsspiel anschaut und wenn sie so mit fünf-sechs Jahren anfangen, diese Regel zu bilden, dass sie dann eine Kompetenzhierarchie bilden. Der, der Ahnung hat, der ist jetzt „Bestimmer“ und beim nächsten Spiel ist dann der andere der „Bestimmer“. Da kann man nicht vom Familienminister mal schnell Verteidigungsminister werden, sondern da muss man richtig drin sein und die Regeln werden gut miteinander verhandelt und sie sind trotzdem immer flexibel. Wenn man das genau beobachtet sind die nämlich wirklich flexibel. Das kennen wir aus unserer Demokratie und Bürokratie leider nicht immer so. Das Kind wird also der Schöpfer bis ans Ende des ersten Jahrsiebts, wo es dann seinen Organismus vom Kopf bis Fuß, vom Zahnwechsel bis zum Fußgewölbe einmal durchgeatmet, durch-gestaltet hat. In der letzten Spiel-Phase lösen sich dann die ätherische Kräfte ein Stück weit aus dem Stoffwechsel-Gliedmaßen-System , bis das Kind dann schulreif wird. Das bedeutet, dass das Kind dann Freude hat an der Abstraktion, denn diese ganzen Prozesse, die unseren Organismus aufbauen, sind so gestaltet, dass diese Jahrsiebte wirklich eine Bedeutung haben, denn die vorderen Frontallappen, mit denen wir abstrakt denken, die bilden sich erst zwischen dem Alter von sechseinhalb bis sieben richtig aus. Das abstrakte Denken vorher ist eher forciert und raubt dem Kind die Lebensenergie, um seinen Leib in Ruhe gesund auf zu bauen. Es gibt manche Kinder, die sind da schneller und wir tun ja leider auch ganz viel, sodass das Kind viel schneller ins Seelische kommt, aber dazu vielleicht später im Seminar (oder im Buch) mehr. Insofern lassen Sie den Kindern bitte ganz viel Zeit zum Spielen!

Almuth Strehlow, Stuttgart im Oktober 2017

Almuth Strehlow

Erzieherin, Ausbildungen in künstlerischer Therapie und Psychomotorik Master - Further Education, Education for Adults and Schoolmanagement

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