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Eine Tafel für Menschen

Am Freitag den 26. September 2014 luden Menschen der Fachschule für Sozialpädagogik am Rudolf-Steiner-Institut sowie des Vereins ‚Essbare Stadt e.V.‘ Menschen in Kassel zum gemeinsamen ‚Schlemmen und Schnacken‘ ein. Allerlei Menschen verschiedener sozialer Herkunft gestalteten gemeinsam ein großes Picknick inmitten der Kasseler Innenstadt und lernten sich entlang einer langen und reichgedeckten Picknickdecke besser kennen.

Im Hintergrund unserer Überlegungen, mitten in der Geschäftsmeile Kassels eine solche Aktion zu machen, war die Frage, welche Realität obdachlosen Menschen in Deutschland beschieden sei? Wieviel Toleranz gibt es zwischen uns allen, wo sind echte Begegnungsmöglichkeiten? Unsere Aktion sollte Raum und Zeit für Begegnungen aller Art schaffen und damit Menschen jeglichen Hintergrundes die Möglichkeit bieten den eigenen Standpunkt im sozialen Miteinander aktiv zu hinterfragen. Im Kollegium des Rudolf Steiner Instituts wurde die Aktion verschieden aufgefasst. Manchen schien sie zu unsensibel, weil sich bedürftige Menschen zur Schau gestellt vorkommen konnten. Andere fanden gut, dass die riesengroße Tafel in der Fußgängerzone in größtmöglicher Öffentlichkeit ausgelegt war, da sich dadurch, genau besehen, eigentlich alle Menschen vorgeführt vorkommen und damit einen Umgang für sich finden mussten.

Zwei Berichte sollen die Ambivalenz dieser Aktion zeigen:

Der Zeitungsbericht in der HNA vom 27. September 2014 weist auf die Problematik hin, dass Bedürftige und Obdachlose das Angebot nur sehr zurückhaltend angenommen hätten. Dies weist darauf hin, dass Hilfsaktionen in Fühlung mit den Menschen, denen die Hilfe gelten soll, abgestimmt sein müssten. Unsere Aktion war vielleicht etwas forsch, zu offensiv, was das Begegnungsangebot zu Kassels Obdachlosenszene betrifft. Die Gesamtfrage, wie die Frage des Essens und Sattwerdens in unserer Gesellschaft behandelt werden soll, ist mit der Aktion vermutlich doch getroffen und auf eine bedenkenswerte Art umgesetzt.
„Tafel für Außenseiter
Rudolf Steiner Institut und Verein Eßbare Stadt luden Obdachlose ein“

HNA-Artikel von Ulrike Plüger-Scherb lesen >>

Der Bericht von Fabian Blaimer aus dem zweiten Studienjahr der Erzieher greift das Thema genau an dieser Stelle auf und führt es in eine Tiefe, über die ich keine weiteren Worte verlieren will. Lesen Sie und lassen Sie sich von Fabians Gedanken bewegen:
„Gemeinsames Stadt-Picknick:‚Schlemmen & Schnacken‘
Eine Übung für das aktive Mitwirken an einer gemeinschaftlichen Gestaltung der Gesellschaft“

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